Fremdheit und Othering im konfessionellen Religionsunterricht. Faktoren für soziale Exklusion von Schüler*innen
• Verantwortlich: Anna Sophie Verständig
Angesichts wachsender religiös-weltanschaulicher Heterogenität rückt dieses Dissertationsprojekt die Frage in den Mittelpunkt, welche Fremdheitserfahrungen und Othering-Mechanismen Schüler:innen im konfessionellen Religionsunterricht erleben und wie sie darauf reagieren – mit einem besonderen Blick auf konfessionslose Schüler:innen, für die religiöse Zugehörigkeit als institutionelle Norm erfahrbar werden kann. Das Konzept des Othering wird dabei in Anlehnung an die postkoloniale Theorie auf den schulischen Kontext übertragen und religionspädagogisch spezifiziert. Theoretisch verortet sich die Studie zunächst im Schnittfeld von Bubers und Levinas‘ relationalem Fremdheitsdenken sowie Rosas Resonanztheorie. Da gegenstandsnahe empirische Studien, die die Perspektive der betroffenen Schüler:innen systematisch in den Blick nehmen, bislang noch nicht ausreichend vorliegen, ist das Forschungsdesign primär explorativ und rekonstruktiv ausgerichtet. Methodisch kommen leitfadengestützte Einzelinterviews zum Einsatz. Ziel ist es, religionsdidaktische Konsequenzen für einen inklusiven Umgang mit weltanschaulicher Vielfalt sowie Impulse für die Aus- und Fortbildung von Lehrpersonen zu entwickeln.
