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Jahrestagung 2021

Ökumenische Jahrestagung 2021 der GwR und der AKRK
vom 10. bis 12.9.2021 in Trier

„Wenn sich die Mitte auflöst…“ – Große und kleine Narrative in Gesellschaft und Religionspädagogik

Programm

Leben wir in einem „Königreich der Angst“ (Martha Nussbaum 2019), u.a. begründet durch die fortschreitende Pluralisierung (so Isolde Charim, 2018)? Werden wir von „liberalen Eliten“ ge- und verführt (Carlo Strenger, 2019)? Wirkt der „Geist der Humanität“ in allen Lebensbezügen (Volker Gerhardt, 2012)? Sind wir am Ende des Fortschritts (Amy Allen, 2019)? Und: Bricht uns (nicht nur politisch) die Mitte weg (Thomas Jäger, 2019)?

So aktuelle Schlagworte zu soziologisch oder philosophisch aufgearbeiteten Narrativen, die uns mehr oder minder bestimmen, insofern wir selbst Teil dieser Narrative sind? 

Unstrittig ist, dass Gruppen und Gesellschaften durch „méta récits“ (Lyotard, 1979) langfristig bewegt und verändert werden. Über die englische Übertragung des Ansatzes von Lyotards als „grand narrative“ hat sich der Ausdruck der „Narrative“ etabliert. Narrative dienen der Wahrnehmung, Erklärung und Deutung von Wirklichkeit. Im Kontext unserer Fachdisziplin steht deshalb neben der sensiblen Wahrnehmung von Narrativen oder „Großerzählungen“ auch die ideologie-kritische Auseinandersetzung mit ihnen im Zentrum. Narrativen eignet deshalb auch immer das Potential, Wirklichkeit neu, anders, gegenzulesen.  

Auf unserer ökumenischen AKRK-GwR-Tagung, die vom 10.-12.9.21 in Trier (Robert-Schuman-Haus) stattfindet, wollen wir uns Narrativen auf unterschiedlichen Ebenen nähern: Prof. Dr. Clemens Albrecht (Universität Bonn) wird aktuelle Narrative zu Religion und Gesellschaft vorstellen, diese werden anschließend religionspädagogisch in den Blick genommen. Exemplarisch wird ein Narrativ, nämlich jenes vom sogenannten „Wegbrechen der Mitte“, religionspädagogisch durchdekliniert. So wird uns am ersten Tag die Frage beschäftigen, ob in einer zunehmend heterogenen Gesellschaft die Rede von einer „Mitte der Gesellschaft“ noch stimmig erscheint oder ob es einen „Verlust der Mitte“ gibt und wie sich die (vermeintliche) Mitte bzw. ihr Wegbrechen bei den Protagonist *innen der

Religionspädagogik, den Forschenden, den Lehrer*innen, den Schüler *innen u.a. darstellt. Hierbei soll jedoch nicht nur die Mitte in den Blick kommen, sondern auch die sogenannten „Ränder“ fokussiert werden. 

Beim Abend der Begegnung werden uns die Emeriti Prof. Dr. Gerhard Büttner und Prof. Dr. Dr. h.c. Norbert Mette von ihren persönlichen Narrativen zu wissenschaftlichen Narrativen erzählen.

Am Samstag stehen Analysen zu Narrativen in der religionspädagogischen Wissenschaft im Vordergrund. Danach werden Inhalte in Workshops vertieft. Nach einer Stadtführung wird ein Nachwuchstandem Narrative in Jugendmedien mit ihren religiösen Implikationen analysieren.

Fachwissenschaftliche Einzelanalysen zu religionsdidaktischen Themenfeldern, wie z.B. „Entscheidung“, „Gender“, oder „Migration“, und die Frage nach ihren Narrativen bilden den Schwerpunkt des Sonntagvormittags, hinzu kommt ein Blick in die Zukunft auf mögliche religionspädagogische Narrative 2030.

Vor Beginn der Jahrestagung findet am Donnerstag / Freitag (9. / 10. September 2021) der Nachwuchsworkshop von GwR und AKRK statt.

Einladung

Vorläufiges Programm